Viel Lärm um Nichts – der Kommentkampf bei Hunden

Kommentkampf
Zwei Hunde gehen zähnefletschend und mit viel Getöse aufeinander los. Was fürchterlich aussieht, muss aber nicht zwangsläufig in einem Blutbad enden.

Bestimmt hast du eine solche Situation schon einmal erlebt: Zwei Hunde begegnen sich, checken sich ab, der eine versucht sich sprichwörtlich über den anderen zu stellen, der sieht aber gar nicht ein, dass er klein beigeben soll und schon verwandeln sich die zwei in ein lautstarkes, umherwirbelndes Knäuel aus Haaren und Zähnen. Da wird gegrollt, geknurrt, gefletscht und geschnappt was das Zeug hält. Ein Anblick, den wir Menschen oft nur sehr schwer ertragen können. Viele von uns geben daher sofort dem Impuls nach, sich ebenfalls in das Geschehen einzumischen – mit teils verheerenden Folgen.

In diesem Beitrag möchten wir darüber aufklären, was ein Kommentkampf eigentlich ist, wie er entsteht und wie man sich als Hundehalter in solch einer Situation am besten verhalten sollte.

Was ist ein Kommentkampf?

Unter einem Kommentkampf versteht man eine ritualisierte Auseinandersetzung unter Hunden, in denen es vornehmlich um die Festlegung der Rangordnung geht. Im Gegensatz zu einem Ernstkampf besteht das Ziel also nicht darin, den Gegner zu verletzen oder gar zu töten. Es ist ein Schaukampf, der zwar unter Umständen mit viel Getöse und wilden Lauten abläuft, aus der beide Kontrahenten in der Regel aber weitestgehend unbeschadet hervorgehen.

Wie entstehen Kommentkämpfe?

Kommentkämpfe entstehen fast ausschließlich unter Hunden desselben Geschlechts – bei Rüden untereinander sogar noch häufiger als bei Hündinnen. Meist sind territoriale Ansprüche oder Ressourcen-Streitigkeiten (auch sexuell motiviert) der Auslöser.

Noch bevor es zu einer solchen Auseinandersetzung kommt, sind bereits ein deutliches Imponiergehabe der beiden Kontrahenten bzw. eindeutige Drohsignale zu beobachten. Reicht das nicht aus, um den jeweils anderen dazu zu bewegen, sich zurückzuziehen oder von der Ressource abzulassen, kommt es zum Kommentkampf.

Wie unterscheidet man einen Kommentkampf von einem Ernstkampf?

Bei der Frage, wann ist es noch ein relativ harmloser Kommentkampf und wann blutiger Ernst, lässt sich folgende Faustregel zu Rate ziehen: Je lauter es zugeht, umso harmloser ist die Auseinandersetzung.

Auch wenn uns Menschen sofort das Herz in die Hose rutscht und wir gleich mit dem Schlimmsten rechnen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass unsere Hunde sich ernsthafte Verletzungen zufügen werden. Zwar kann im Eifer des Gefechts tatsächlich die ein oder andere Macke entstehen (z.B. ein getacktertes Ohr, ein kleines Loch oder eine Schramme), aber von einem echten Ernstkampf mit Beschädigungsabsicht sind solche Raufereien klar zu unterscheiden. Selbst wenn ein Hund (meist der jüngere) plötzlich schreit wie am Spieß, weil der ältere ihn wortwörtlich am Schlafittchen hat, ist auch das noch kein Grund zur Panik. Viele junge Hunde schreien aus Angst, noch eher als aus Schmerz. Es ist also lediglich der erste Schreck, den ein Hund dazu bringt, zu schreien. Der Ältere wird ihn wieder loslassen, sobald der Kleine ein angebrachtes Beschwichtigungsverhalten zeigt.

Nochmal: Solange geknurrt, gegrollt oder geschrien wird, ist alles halb so wild. Erst wenn es plötzlich ganz leise ist, wird es gefährlich. Ernsthaft kämpfende Hunde verschwenden nämlich keinerlei Energien mit Lautäußerungen. Da geht es schließlich auch nicht mehr um Gehabe, sondern um Leben und Tod. In einem solchen Fall sollte auf jeden Fall eingegriffen werden, um die Hunde schnellstmöglich zu trennen (siehe hierzu unbedingt Tipp Nr. 4).

Wie sollte ich mich verhalten, wenn mein Hund in einen Kommentkampf verwickelt ist?
Tipp Nr. 1: Ruhe bewahren!

Niemandem, auch nicht deinem vermeintlich unterlegenen Hund, ist damit geholfen, wenn du dich selber mit in das Gerangel stürzt! Das einzige, was du damit erreichst, ist, dass du höchstwahrscheinlich selber verletzt wirst. Das Ende vom Lied sind dann meist an Händen oder Fingern blutende Menschen und demgegenüber zwei völlig unverletzte Hunde.

Es gilt: Niemals mit den Händen dazwischen gehen! Die Gefahr, von einem der um sich schnappenden Streithähne erwischt zu werden, ist viel zu groß!

Auch Schreien oder wildes Gestikulieren ist kontraproduktiv und könnte die Hunde nur noch zusätzlich anstacheln. Je ruhiger du selbst bleibst, umso schneller wird sich die Situation lösen lassen.

Auf keinen Fall solltest du oder der andere Hundehalter auf die Hunde einschlagen oder nach ihnen treten!

Viele Menschen glauben, dass dadurch, dass sie auf den fremden Hund eintreten, dieser den eigenen loslassen würde. Das Gegenteil ist leider häufig der Fall. Der fremde Hund ordnet die ihm zugefügten Schmerzen seinem Rivalen zu und wird nur noch heftiger zubeißen. Letztendlich macht man durch solche Handlungen die Situation für seinen eigenen Hund also nur noch schlimmer!

Tipp Nr. 2: Leine loslassen!

Ist dein Hund angeleint und ein freilaufender Hund kommt auf euch zu und beginnt eine Auseinandersetzung, solltest du zum Wohle deines eigenen Hundes die Leine sofort loslassen! Andernfalls schränkst du deinen Hund nur in seiner Bewegungsfreiheit ein. So nimmst du ihm zum einen die Möglichkeit, in vollem Umfang zu kommunizieren, zum anderen hätte er keine Chance, dem Angreifer zu entkommen, sollte es nötig werden.

Bitte nutze die Leine nicht dazu, an deinem Hund zu ziehen, um ihn dem anderen Hund zu entreißen.

Damit könntest du erst recht Verletzungen verursachen. In der Regel beißen Hunde in Kommentkämpfen nicht mit voller Wucht zu, sondern fixieren sich mit wohl dosierter Beißkraft. Wenn du dann an deinem Hund ziehst, entsteht aus einer harmlosen Macke schnell eine schmerzhafte Riss-Verletzung.

Tipp Nr. 3: Abwarten!

Auch wenn es schwer fällt: Versuche, die Situation 10 Sekunden lang auszuhalten. Die meisten Kommentkämpfe sind innerhalb dieser Zeit bereits vorbei und die Hunde lassen von alleine wieder voneinander ab. Anschließend solltest du deinen Hund abrufen, anleinen und einen angebrachten Abstand zu dem anderen Hund schaffen, damit die beiden sich beruhigen können.

Tipp Nr. 4: Wenn trennen, dann richtig!

Solltest du oder der andere Hundehalter das Gefühl haben, die Situation gerät außer Kontrolle, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die beiden Kontrahenten voneinander zu trennen. Eine klare Absprache mit dem anderen Hundehalter und ein gutes Timing sind jetzt wichtig. Unkontrolliertes Gezerre an den womöglich ineinander verbissenen Tieren verursacht nur unnötige Verletzungen. Außerdem ist die Gefahr viel zu groß, selber verletzt zu werden.

Eine viel bessere Möglichkeit besteht darin, die Hunde kurz aus dem Konzept zu bringen, damit sie voneinander ablassen.

  • Möglichkeit 1: Wasser
    Sollte einer von euch Wasser für die Hunde mitführen, wäre eine Möglichkeit, den beiden damit eine kalte Dusche zu verpassen. Die meisten Hunde sind dadurch so verdutzt, dass sie für einen kurzen Moment voneinander ablassen. Dann ist Schnelligkeit gefragt und beide Hundehalter sollten ihre Hunde in entgegengesetzte Richtungen wegziehen.
  • Sollte kein Wasser zur Hand sein, bleibt Möglichkeit 2: Die Jacke
    Du ziehst deine Jacke aus und wirfst sie über die raufenden Hunde. Auch das sollte sie soweit aus dem Konzept bringen, dass sie kurz voneinander ablassen und ihr die Möglichkeit habt, sie voneinander zu trennen.

Ist der Spuk erst einmal vorbei, gilt auch weiterhin: Ruhe bewahren. Zunächst solltest du deinen Hund nach möglichen Verletzungen absuchen. Dasselbe gilt natürlich auch für den anderen Hundehalter. Solange nirgendwo Blut fließt, ist alles halb so wild. Es empfiehlt sich dennoch, Kontaktdaten auszutauschen, falls man zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eine kleine oder größere Macke an seinem Hund entdeckt, die man tierärztlich versorgen lassen möchte. Bei uns in NRW ist eine Haftpflichtversicherung für Hunde Pflicht, die größer als 40 Zentimeter und/oder schwerer als 20 kg sind. Diese würde aufkommende Tierarztkosten bei einem durch den eigenen Hund verletzten fremden Hund übernehmen. Aber selbst wenn kein Versicherungsschutz besteht, ist es meiner Meinung nach nur anständig, für entstandene Tierarztkosten aufzukommen, sollten diese durch das Verhalten des eigenen Hundes oder mein persönliches Fehlverhalten entstanden sein.

Aber Vorsicht: Als Besitzer eines großen Hundes wird man nur zu gern als Schuldiger hingestellt. Zumal, wenn der andere Hund, mit dem sich der eigene eine Auseinandersetzung geliefert hat, deutlich kleiner ist. Dass auch ein Kommentkampf nicht ohne Vorwarnung entsteht und für unsere Vierbeiner der Faktor Größe lange nicht so viel Bedeutung hat wie das an den Tag gelegte Verhalten, wird bei solchen Schuldzuweisungen gerne vergessen. Ein großer Hund, der sich auf einen kleineren Hund „stürzt“, ist noch lange nicht verhaltensauffällig. Stattdessen sollte davon ausgegangen werden, dass der Kleinere zuvor einiges dafür getan hat, dass es zu solch einer Auseinandersetzung gekommen ist. Ihn anschließend als das arme Opfer und den Großen als wütenden Aggressor abzutun, wird der tatsächlichen Ausgangssituation oft nicht gerecht.

Nichts desto trotz sollte man sich nach so einem Ereignis nicht noch an Ort und Stelle eine hitzige Diskussion mit dem anderen Hundehalter liefern. Damit ist niemandem geholfen, am allerwenigsten den ohnehin gestressten Hunden. Es ist verständlich, dass nach einem solchen Erlebnis die Emotionen hochkochen. Umso wichtiger ist es, erst einmal zur Ruhe zu kommen und die berühmte Nacht darüber zu schlafen. Am nächsten Morgen sieht die Welt in der Regel schon wieder ganz anders aus und man besinnt sich auf die nüchternen Fakten: Hunde sind eben Hunde. Ob es uns gefällt oder nicht: Kommentkämpfe gehören zu hündischem Verhalten genauso dazu, wie das Markieren des eigenen Reviers oder das Verteidigen von Ressourcen. Ab und an wollen gewisse Unstimmigkeiten einfach ausdiskutiert werden. Das muss man nicht forcieren, manchmal lässt es sich aber tatsächlich nicht (mehr) verhindern.

Was kann man tun, um einen Kommentkampf zu verhindern?

Grundsätzlich gilt natürlich, seinen Hund stets im Auge zu behalten und aus der Situation zu holen, BEVOR ein Kommentkampf ensteht. Wenn ich also merke – oder aus vorangegangenen Begegnungen weiß –, dass mein Hund auf einen bestimmten Artgenossen schlecht zu sprechen ist und beide grundsätzlich deutliches Imponiergehabe an den Tag legen, sobald sie sich sehen, ist es bestimmt die bessere Idee, den Hund bei sich zu halten, anstatt ihn einfach auf den anderen zulaufen zu lassen. Es ist schließlich nicht so, dass Hunde ihre Konflikte immer unbedingt austragen MÜSSEN. Letztendlich entscheidest du, wie und mit wem sich dein Hund auseinandersetzt. Einen Kommentkampf bewusst zu provozieren, halte ich persönlich für keine gute Idee.

Ich für meinen Teil möchte einen souveränen Hund haben, der sich nicht durch jeden aufgeregten Rüden provozieren lässt. Dementsprechend fördere ich eine gelassene Reaktion auf jegliche Provokation. Würde ich meinen Hund nun in jede Auseinandersetzung regelrecht hineinschicken, wäre das für die Förderung seiner Gelassenheit nicht sehr hilfreich. Im Gegenteil: Ich würde ihn zum Kämpfen ermutigen! Und das möchte ich auf keinen Fall.

Ein Fazit

Abschließend sei gesagt: Es ist kein Weltuntergang und du hast auch keinen übermäßig aggressiven Hund, nur weil er sich mal einen Artgenossen zur Brust genommen hat. Gerade junge Hunde in der Pubertät verlieren schnell mal die Nerven und geraten wesentlich häufiger in eine solche Auseinandersetzung als souveräne erwachsene Tiere. Sieh es als Rauferei zwischen Halbstarken an. Auch junge Männer geraten schon einmal in eine Schlägerei, ohne das einer den anderen direkt umbringen will. Hunde haben nunmal keine Hände, mit denen sie aufeinander einschlagen oder sich gegenseitig festhalten könnten. Sie haben lediglich ihr Maul und ihre Zähne und diese benutzen sie von Zeit zu Zeit. Kein Grund, in Panik zu geraten.

Hat dein Hund sich auch schon einmal einen Kommentkampf geliefert? Wie hast du die Situation erlebt? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

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13 Antworten

  1. Avatar Risa sagt:

    Danke für diesen tollen, wirklich wertschätzend geschriebenen Artikel.
    Unser Rüde ist aktuell in der Pubertät und wurde eine zeit lang ziemlich von einer jüngeren Hündin gemobbt. Vor kurzem hat er dann damit angefangen mal lautstark auf sie, aber teilweise auch auf andere Hunde loszugehen. Immer ohne das am Ende wirklich was passiert ist, wie es ja auch in deinem Artikel steht. Leider wurde von den Besitzern der mobbenden Hündin ein riesen Ding draus gemacht (typisches: wenn unser Hund was macht ist es okay, macht ein anderer was wird Zeter und Mordio geschrien) und inzwischen erzählen sie rum unser Hund hätte schon mehrere Hunde gebissen obwohl das natürlich gar nicht stimmt. Dein Artikel hat mir wirklich gut getan und mich darin bestärkt, dass er einfach ganz natürliches Hundeverhalten zeigt und nichts falsch mit ihm ist, denn zeitweise hat mich das ganze sogar so unter Druck gesetzt, dass ich abends auf dem Sofa geweint habe. Inzwischen habe ich mich von diesen Leuten abgewendet und den Kontakt abgebrochen und gehe nur noch mit Leuten spazieren die sein Hormonchaos verstehen. Seitdem gab es kaum noch Vorfälle dieser Art, denn wenn die Halter entspannt sind, sind es auch die Hunde. Und wenn es doch mal dazu kommt, löst es sich ganz schnell wieder da alle entspannt damit umgehen und alles ist gut.
    Natürlich sollte man immer einen Blick darauf haben, dass sich ein solches Verhalten nicht verfestigt oder doch in etwas schlimmeres umschwingt. Aber man muss eben auch nicht mehr draus machen als es ist und Unwahrheiten in der Stadt verbreiten. Unser Hund hat noch niemanden gebissen, außer uns während dem Zahnwechsel :’D Und bisher sind alle hundetypischen Phasen vorbeigegangen, daher gehe ich stark davon aus, das mit der Pubertät dieses Verhalten genauso plötzlich wieder verschwinden wird, wie es mit ihr kam.
    Also nochmal aus ganzem Herzen Danke, für deinen warmherzigen Artikel.

    • Frau K. Frau K. sagt:

      Vielen lieben Dank für deine tolle Rückmeldung. Es freut mich wirklich sehr, dass wir dir durch unseren Blogbeitrag helfen konnten, das Verhalten eures Hundes besser einschätzen zu können. Ein Hund in einer so sensiblen Entwicklungsphase wie der Pubertät und noch dazu, wenn er tatsächlich bedrängt bzw. gemobbt wird, kann durchaus mal die Nerven verlieren. Das ist keine schöne Situation, macht ihn aber ebenso wenig zu einer unberechenbaren Bestie, vor der man die Nachbarschaft erstmal ausführlich warnen müsste. Dass die Besitzer der Hündin so doof auf den Vorfall reagiert haben, ist sehr schade, aber leider keine Seltenheit. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, auf Abstand zu gehen. Letztendlich waren diese Zusammentreffen ja weder für euch noch für euren Hund wirklich positiv. Es freut mich zu hören, dass ihr andere Menschen und Hunde getroffen habt, mit denen es besser klappt und bei denen ihr euch wohlfühlt. Denn das ist tatsächlich die Grundvoraussetzung für ein entspanntes Miteinander. Und lässt ganz nebenbei darauf schließen, dass bei früheren Konstellationen gar nicht unbedingt euer Hund das Problem war… 😉
      Alles Gute für euch!

  2. Avatar Sabrina sagt:

    Hallo!
    Danke für Deinen tollen kurzen Einblick in die Sprache der Hunde. Ich finde die Hundesprache sehr spannend und freue mich jedes Mal, wenn ich etwas dazu lernen kann. Es freut mich umso mehr, wenn es doch noch gute Hundetrainer gibt, die die Hunde verstehen lernen und nicht mit Gewalt in die vom Menschen gewünschten Verhaltensweisen zu zwingen versuchen.

    Ich habe einen unkastrierten Aussie-Rüden, 4Jahre, der generell den Problemen aus dem Weg geht. Von weiten merke ich bereits an meinem Hund und an dem Verhalten des anderen Hundes, ob es besser ist weiter zu gehen oder ob ein „Hallo sagen“ -nach Absprache des anderen Besitzers- erwünscht ist.

    Meistens bin ich mit unseren 2 Kleinkindern und meinem Aussie unterwegs, wo er die kommenden Hunde noch strenger bewertet, wenn einer nicht passt zeigt er das an und wir gehen schnell vorbei.

    Letztens, und das ist nun meine Frage: sind wir am Parkplatz mit Kinderwagen gestanden- Frauli hat grätscht- und es kam ein großer Doggenmischling angerannt. Den hatten wir öfters aus der Ferne gesehen und es war klar, dieser würde sich nicht vertragen.
    Jedenfalls kam die Doggenmischung ohne Herrchen (das war mit seinem zweiten Hund weit ums Eck) angerannt. Mein Hund ging ihm immer aus dem Weg, aber der andere ließ nicht locker und verfolgte ihn ständig. Meiner versucht immer, den anderen Hund vom Kinderwagen fern zu halten, weg zu lotsen, allerdings ließ dieser Hund nicht locker und es kam zum Kommentkampf?, wurde dann jedoch schnell sehr still beim Gerangel. Irgendwann kam der Besitzer an und schrie von weitem, ob meiner ein Weibchen sei, was ich verneinte. Dann bekam er Panik. Die Hunde am rangeln, der Besitzer sprang seinem hinterher und bekam ihn nach einiger Zeit zum Glück zu fassen. Es ist keinem etwas passiert.
    Aber: Was soll man in diesem Fall tun? In Bewegung bleiben (ich ging vor der Rangelei mit meinem Aussie ewig am Parkplatz herum, damit die Spannung zwischen den beiden Hunden abnimmt, aber der andere folgte meinem immer), und den Besitzer suchen? Ich hatte wirklich Sorge um meinen Hund, da der andere eine andere Gewichtsklasse hatte und man deutlich sehen konnte, er war auf nichts Gutes aus. Zudem war mein kleines Kind dabei, das mein Aussie natürlich noch mehr als mich beschützt. Also wie kann man so etwas zukünftig vermeiden?
    Danke für Deine Zeit und Rückmeldung.

    Es tat richtig gut, das einmal niederzuschreiben, hat mir einen großen Schrecken beschert.

    Danke nochmal für Deinen tollen Bericht!

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    • Frau K. Frau K. sagt:

      Liebe Sabrina,
      das ist ja echt eine ziemlich heftige Geschichte, die du da erlebt hast. Wenn der eigene Hund von einem fremden bedrängt wird, der Besitzer außer Reichweite ist und man auch noch ein oder zwei kleine Kinder dabei hat… Ich gebe zu, da muss ich auch erst einmal überlegen, wie ich mich in so einer Situation verhalten würde…
      Davon ab bin ich tatsächlich gar keine Hundetrainerin, aber es schmeichelt mir, dass du mich für eine hälst! 😉
      Aber zurück zu deiner Geschichte: Ich finde, du hast toll reagiert, indem du versucht hast, deeskalierend auf die Situation einzugehen und in Bewegung geblieben bist. Vielleicht hättest du noch nach dem Besitzer rufen können bzw. in die Richtung gehen, aus der der Doggenmischling gekommen ist? So wärst du dem Besitzer praktisch entgegen gegangen und er hätte seinen Hund unter Umständen schneller wieder einfangen können.
      Manche stellen sich in ähnlichen Situationen auch ganz klar vor ihren Hund und versuchen, den fremden zu verscheuchen. Was aber auch nach hinten losgehen kann, wenn dein Hund dann nämlich ebenfalls in die „Aggression“ mit einsteigt und sich dem Fremden nur noch vehementer entgegenstellt. Gerade wenn auch noch kleine Kinder dabei sind, die es ja erst recht zu beschützen gilt! Schließlich signalisierst du dann ganz klar, dass du den fremden Hund nicht in eurer Nähe haben möchtest.
      Ich persönlich finde es immer am unverfänglichsten, wenn ich selber ruhig bleibe und meinem Hund zu verstehen gebe, dass er sich über die unhöfliche Annäherung nicht aufzuregen braucht, sondern dem Störenfried einfach die kalte Schulter zeigen soll. Trotzdem hast du natürlich keine Chance, wenn sich der fremde Hund nicht abschütteln und der Besitzer auf sich warten lässt. Das ist ne echt beschissene Lage, wenn ich das mal in aller Klarheit so sagen darf!
      „Vermeiden“ wird man so etwas wohl nie können. Schließlich hast du alles richtig gemacht. Wenn noch jemand anderes bei dir gewesen wäre (außer die Kinder), hätte derjenige versuchen können, den fremden Hund einzufangen. Wobei auch da nicht klar wäre, wie der fremde Hund auf so eine Aktion reagiert hätte. Nicht jeder Hund lässt sich so einfach von einem ihm fremden Menschen einfangen, schon gar nicht, wenn er sich bereits in einem erhöhten Erregungslevel befindet. Du siehst, ich habe keine 100%ige Lösung für dich. Du hast in meinen Augen alles richtig gemacht, aber wenn jemand anderes die Kontrolle über seinen Hund verliert und dieser dann auch noch nicht gerade die Coolness in Person ist, haben verantwortungsvolle Hundehalter wie du leider immer das Nachsehen. Nur gut, dass nichts passiert ist.
      Letztendlich kann man sich nur dadurch behelfen, dass man auch für andere Menschen „mitdenkt“. Also, möglichen schwierigen Situationen frühzeitig aus dem Weg gehen. Aber das scheinst du ja, deiner Erzählung nach, bereits erfolgreich zu praktizieren. Bleibt mir nur, dir zu wünschen, dass euch solche Begegnungen wie auf dem Parkplatz in Zukunft erspart bleiben.
      Liebe Grüße und alles Gute für euch!

  3. Avatar Jeannine sagt:

    Vielen Dank für diesen Text! Mein Hund ist ein Amstaff und hatte solche rangelein leider schon öfter. Nicht weil meiner aggressiv ist sondern weil er halt auf jeden aufreiten möchte und die Rüden sich das wohl nicht gefallen lassen. Ganz klar. Mein Hund ist super erzogen aber das ist ein Punkt wo ich jetzt immer alle 5 Augen offen halten muss das nicht wieder ein Rüde daher gelaufen kommt 🙄 aber ich habe mich mit dem Gedanken angefreundet das ich nur noch ausgewählten Hundekontakt halte. Mein Rüde hat ein sehr sicheres aber auch dominantes Verhalten und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Überhaupt bei Hündinen die können absolut machen was sie wollen. Mein Hund ist leider bei so Sachen nicht sehr deutlich mit der Körpersprache aber ich weiß jetzt das nicht mein Hund das Problem ist. Sondern das die Rüden eben ein Problem mit ihm haben und auf ihn los gehen (was oft ja auch einen Grund hat mit dem aufreiten) dieser Text hat mir sehr geholfen das ganze „Spiel“ besser zu verstehen und verstärkt mein Verhalten in der Vergangenheit. Ich bin zu 80% ruhig geblieben. Und wir sind nach der Aktion NICHT von dem Hund weg gegangen sondern haben versucht das ganze positiv abzuschließen. Ich habe gleich danach den Besitzer gebeten noch hier zu bleiben. Wir sind dann zusammen noch ein Stück spazieren gegangen. Sie haben sich ignoriert und sind sich erstmal ausgewichen. Oder Habe mit meinem Hund noch Ball gespielt während der andere Hund anwesend war. Ich habe meist so getan als wäre nichts passiert. Das hat alles super gut funktioniert und somit habe ich einen Hund der zwar schon einige male rangelein hatte (Leider! Ungewollter Hundekontakt, oder tutnix Hunde) Aber in keinesfalls gleich aggressiv wird. Es kommt bei ihm immer auf den anderen Hund an. Denken Sie das ich meinen Hund noch zu einem souveränen Rüden erziehen kann? Er ist jetzt gerade 1,5 Jahre alt und ein pubertierender Rüde 😂

    • Frau K. Frau K. sagt:

      Liebe Jeannine, vielen Dank für deine Rückmeldung und dass du deine Gedanken mit uns teilst.
      Ja, so ein 1,5 jähriges Pubertier kann das Leben schon ganz schön spannend machen. 😉 Wenn er dann auch noch so ein vorwitziger Bursche ist, der bei fremden Rüden versucht, aufzureiten, kann ich mir schon vorstellen, dass es da schon ein paar Mal ordentlich geknallt hat. Sehr bemerkenswert finde ich, wie cool du damit umgegangen bist (und die/der andere Hundehalter/in dann ja wohl auch), so dass ihr nach einer solchen Situation mit euren Hunden noch ein Stück zusammen gelaufen seid. Das ist natürlich super! Denn oft ist nach so einer Rangelei tatsächlich alles gut, die Sache geklärt und die Hunde ignorieren sich im besten Fall. Und sie lenern, dass tatsächlich nichts Schlimmes passiert ist.
      Wenn allerdings die Menschen ausrasten – was leider auch sehr oft passiert – bin ich dafür, die Hunde auf Abstand zu bringen, bevor sie in der aufgeladenen Stimmung direkt noch einmal aufeinander losgehen. Es liegt wie so oft sehr an uns und unserem Verhalten, wie unsere Hunde eine bestimmte Situation bewerten.
      Übrigens habe ich keinen Zweifel daran, dass auch dein freches Pubertier irgendwann einmal ein großartiger souveräner Rüde wird. Gib ihm einfach noch ein bisschen Zeit und bleib weiterhin so wunderbar besonnen und positiv!
      Alles Gute für euch! 🙂

  4. Avatar Gis sagt:

    Hallo seit mehr als 50 J. lebe ich mit Hunden ( u. anderen Tieren), wobei das Leben der Hunden u Katzen damals ein anderes war, als heute.
    All das ist mir also sehr bekannt.
    Nur was hier nicht erwähnt wird, sind die vielen Hunde, die viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern wegverkauft werden, mit denen ein sozial korrektes Verhalten bis zur 12. Woche erlernt wird. Auch werden nicht die Hundebesitzer erwähnt, die ihre Welpen, selbst wenn sie aus einer guten seriösen Zucht kommen, nicht mit anderen Welpen od. Hunden spielen lassen und diese ebenfalls kein soziales Miteinander erlernen können. Dann gibt es noch die Hundehalter, die überhaupt keine Ahnung über den Charakter ihres Hundes haben und ihn mehr als Sofahund betrachten u zwangsläufig mal raus muss. Die Verhaltens“regeln“ die hier aufgeführt werden, sind sicherlich alle richtig, nur anwenden kann man sie kaum noch.Zuviele „gestörte“ 4 meisst jedoch 2beiner interessiert die Bedürfnisse seines Hundes nicht. Und ich möchte betonen : ZU Viele, nicht ALLE.
    Ich organisiere Bullytreffen, und oft wenn ich wen mit Bully antreffe: finden das super, aber sie kommen nicht.
    Liebe Grüsse nach NRW

  5. Avatar M. Langer sagt:

    Hallo!

    Ja, ich haben mit meinem kleinen Chinese-Crested-Rüden auch schon Kommentkämpfe erlebt.
    Das erste Mal, als er 2 Jahre alt war: Ein ebenfalls 2 Jahre alter Tschechischer Wolfshund hat sich an „seine“ Hündin ‚rangeschmissen und sie seitlich an der Schnauze geleckt. Kurzes Imponieren von meinem Rüden, und schon gingen die zwei Jungs aufeinander los – mit lautem Knurren, Kläffen und allgemeinem Machogehabe. Wir Besitzer haben die Jungs mit einem scharfen Kommando abgerufen, und der Spuk war nach Sekunden vorbei (Ja, auch kleine Hunde können abrufbar sein!). Danach haben sich die Rüden geflissentlich ignoriert.
    Zusätzliche Info: Ari, der Tschechische Wolfshund, hat eine Schulternhöhe von ca. 70 cm und ein Gewicht von ca. 22 kg; mein Rüde ist ein Chinese Crested, Schulterhöhe 31 cm, Gewicht 6,5 kg. Keinem der Hunde ist etwas passiert, sie haben nur aneinander vorbei geschnappt.

    Kürzlich kam es zu einer weiteren Begegnung mit Kommentkampf, der aber auch ernst hätte werden können. Ein Mischlingsrüde, knapp 40 cm in der Schulter, Gromi, hat vom ersten Tag an an der Leine Aggression gegen meinen Rüden gezeigt. Klar, neuer Rüde im Revier (wir sind kürzlich umgezogen)! Gromi hing jedesmal geifernd und knurrend in der Leine, wenn er meinen Anubis nur von weitem sah. Dann kam er eines Tages ohne Leine an – und ist sofort knurrend und bellend auf ihn los. Anubis hat sich das Machogehabe nicht gefallen lassen. Er ist mit den Vorderpfoten auf Gromi’s Schulter aufgestiegen, beide haben geknurrt und geschnappt. Passiert ist bis auf einen kleinen Kratzer an Anubis Flanke nichts.
    Einziger Wermutstropfen: Die Nachbarn, die Gromi schon lange kennen, geben Anubis die alleinige Schuld, obwohl Gromi das Spielchen angefangen hat.

    • Frau K. Frau K. sagt:

      Hallo, vielen Dank für deine Rückmeldung. Ja, solche Auseinandersetzungen zwischen Rüden aus der mehr oder weniger direkten Nachbarschaft kennen wir auch. Leider wird oft derjenige als „Schuldiger“ benannt, der die Auseinandersetzung augenscheinlich begonnen hat. Also beispielsweise der, der zuerst zuschnappt. Ob der andere zuvor bereits mehr als provozierend auf den „Initiator“ zugestürmt ist oder sich sonstwie körpersprachlich positioniert hat, zählt dann nicht. So nach dem Motto, der hat ja noch nix gemacht. Nicht ärgern, abhaken und in Zukunft darauf achten, dass die beiden sich nicht mehr im Freilauf begegnen. Ich schätze, als Neu-Zugezogene hat man im Zweifelsfall eh die schlechteren Karten, oder? Liebe Grüße und alles Gute!

  6. Avatar Jacqueline Rebien sagt:

    Hallo, ich möchte dich umarmen, da du bestimmte Probleme die ich mit meiner Hündin habe, auf den Punkt gebracht hast. Ich hatte eine solche Situation und diese bei FB beschrieben und Schwups sollte meine Hündin einen Maulkorb tragen und zum Wesenstest ( sie ist ein kleiner Mix aus Portugal ).
    Ich traue mich eigentlich schon gar nicht mehr in s Auslaufgebiete zu gehen. Habe auch noch einen Weimaraner der ganz normal Weimi – mäßig ist. 😉 . Gibt es Quellen zu dem sogenannten Kommentkampf und kann ich ihr wenigstens ein bisschen dieses Verhalten abtrainieren ?
    Im Augenblick gehe ich nur noch mit Schleppleine und wenn andere Hunde kommen nehme ich sie ran. Aber manchmal kommen die Hunde trotzdem zu uns – und dann kann das gezetere echt laut werden….hab mich schon an Trainer gewandt- natürlich sagt jeder was anderes…und mich Fortgebildet aber ich bin trotzdem ein bisschen mit meinem Latein am Ende. Mit sehr lieben Grüßen aus Berlin ! Jacqueline

    • Frau K. Frau K. sagt:

      Liebe Jacqueline,
      vielen Dank für deine Rückmeldung. Spontan hört sich das für mich so an, als wäre deine Hündin nicht sonderlich an Begegnungen mit anderen Hunden interessiert und reagiert einfach sehr vehement. Gerade solche „verhaltensoriginellen“ Hunde werden sehr oft als übertrieben aggressiv und „nicht normal“ abgestempelt. Dabei sind sie unter Umständen einfach nur extrem unsicher. Das sind jetzt natürlich nur Vermutungen. Generell kann ich dir nur raten, deine Hündin einem wirklich kompetenten Trainer vorzustellen, denn natürlich kann man mit dem richtigen Training eine Menge erreichen. Schau doch mal bei der Seite https://trainieren-statt-dominieren.de/ vorbei. Hier findest du auch sehr gute Artikel zu allen möglichen Themen rund um Erziehungsfragen und Trainingsansätzen von wirklich kompetenten Trainerinnen und Trainern. Alles Gute für euch!

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