Blogparade: Selbsternannte Hundeprofis und ihre Weisheiten

Mit diesem Beitrag möchten wir uns an der Blogparade von Shiva Wuschelmädchen zum Thema „Selbsternannte Hundeprofis und ihre Weisheiten“ beteiligen.

Wir kennen Sie alle: Hundehalter, die einen – gefragt oder ungefragt – an ihrem schier unerschöpflichen Wissen teilhaben lassen. Meistens beginnen sie ihre Sätze mit „Ich habe seit xx Jahren Hunde…“, „Ich bin seit xx Jahren in dem und dem Hunde-Verein…“ oder „Also bei meinem xy damals…“.

Bei uns kamen diese Ratschläge sehr gerne von Männern mittleren Alters, die sich anscheinend in der Pflicht sahen, uns beiden armen Frauen mit ihrem furchtbar großen Hund unter die Arme greifen zu müssen. Nicht zuletzt in der Hundeschule, wenn eine von uns beiden am Training teilnahm und die andere am Rand stand und zuschaute, gesellten sie sich zu einem und gaben den ein oder anderen guten Ratschlag. Hier unsere Top 3 der besten Weisheiten, dir wir uns im Laufe der 3,5 Jahre, die wir nun aktiv „in der Szene“ unterwegs sind, anhören mussten:

#3: Der läuft aber komisch. Der hat doch was an der Hüfte?!

Ja, ich gebe zu, jemand, der mit dem La-Lopez-Gangbild, wie es z. B. ein Landseer oder Neufundländer zeigt, nicht vertraut ist, könnte tatsächlich auf die Idee kommen, das da etwas nicht stimmt. Ich nenne sie gerne auch die „Hula Hoop Tänzerinnen der Hundwelt“. Da wird der Poppes ordentlich von links nach rechts und von rechts nach links geschwungen. Bei vielen anderen Hunderassen würde man zurecht auf eine schlimme Hüftdysplasie schließen – nicht jedoch bei Neufi & Co. Dort sind diese extremen Hüftbewegungen tatsächlich normal. 😉

#2: Den können Sie doch niemals halten, wenn der mal losrennt!

Ja, richtig, deswegen ist es uns ja auch so wichtig, dass unser Hund auf uns hört und vernünftig an der Leine läuft. Wir haben nämlich ebenfalls keine Lust, wie ein Schluck Wasser am anderen Ende der Leine zu hängen und sich von dem eigenen mittlerweile über 60 kg schweren Hund sonstwohin schleifen zu lassen. Das finden wir schon bei „kleineren“ Hunden wie Labrador & Co. mehr als albern. Und ganz ehrlich, dafür muss man noch nicht einmal eine Frau sein, um einen Hund solchen Kalibers nicht mehr halten zu können. Da bekommt selbst ein gestandener Mann ernsthafte Probleme, wenn sich unser Riesenbaby tatsächlich mal voll ins Geschirr legen sollte.

Aber auch wenn mir das womöglich niemand glauben wird, ist so etwas tatsächlich noch nie passiert. Seit klein auf reicht unserem Landseer der leichte Widerstand der gespannten Leine, um sofort Schub rauszunehmen. Hinzu kommt, dass wir ihn selbstverständlich sofort ansprechen und ihn daran erinnern, dass wir noch an ihm dranhängen. Selbst in unserer schlimmsten Zeit, der Hochphase seiner Pubertät, hat er sich nie mit voller Kraft in die Leine geschmissen, wenn es darum ging, einen entgegenkommenden Hund (oder Menschen) anzupöbeln. Pures Glück mag der ein oder andere jetzt denken. Gute Leinenführigkeit und ein gegenseitiger achtsamer Umgang nennen wir es.

#1: Also, wenn das mein Hund wäre…

Ein Satz, der mir noch heute einen kalten Schauer über den Rücken jagt, wenn ich daran zurückdenke. Es war in unseren schlimmen Zeit, kurz nach Burschis erstem Geburtstag, als unser schlaksiger und gutgelaunter Junghund sich scheinbar über Nacht in einen reißende Bestie verwandelte, die alles und jeden anging, der sich uns nur auf 5 Meter näherte. Und warum? Aus purer Unsicherheit! Aus schierer Angst, irgendjemand könne ihm wehtun. Das versteht nur keiner, der sich

  1. nicht sonderlich mit hündischer Kommunikation auskennt und
  2. nur die offensichtliche Aggression sieht und hierfür ein probates Mittel zu kennen glaubt: Gegenaggression!

Wie du mir, so ich dir! Du gehst mich an? Pass gut auf, ich kann auch anders! „Wenn das mein Hund wäre, dem würde ich mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt! Das würde der nur ein einziges Mal mit mir machen!“

Ich bin so froh, dass wir damals auf unser Herz gehört und unseren Burschen bei einer erfahrenen Hunde-Verhaltenstherapeutin vorgestellt haben, anstatt auf die Ratschläge unserer damaligen Hundeschule zu hören. Immer, wenn ich heute an den Satz „Also, wenn das mein Hunde wäre…“ denke, ergänze ich leise für mich: Gott sei Dank war und ist es nicht dein Hund!

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2 Antworten

  1. Avatar Mareike sagt:

    Hallo,

    ein toller Beitrag! Wir würden gerne an der Blogparade teilnehmen. Hier ist unser Beitrag:

    https://lokislife.de/selbsternannte-hundeprofis-und-ihre-weisheiten-blogparade/

    Liebe Grüße,

    Mareike mit Loki

  2. Vielen Dank fürs Mitmachen!
    Oh jeeee… das sind ja auch solche Vorschläge… vor der Nr. 1 gruselt es mir.

    Aber das mit der Wackelhüfte kenne ich. In meinem Bekanntenkreis gibt es einen Neufundländer. Der hat auch so einen süßen Arschwackelgang. Das ist eben so und ganz normal. Die Schwungmasse muss ja schließlich bewegt werden. 🙂

    Liebe Grüße
    Sandra & Shiva

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